Oberhessische Presse, 16. März 2001

Kleine und große Piraten umrunden singend die Welt

Rauschenberg. „Käpt'n Zoff“ sorgte für Piratenstimmung bei den rund 100 Gästen im „Haus der Begegnung“. Beim von der Oberhessischen Presse präsentierten Kinderliederfestival war gestern „alles Banane – alles klar“.

Der Kinderliedermacher Manfred Kindel aus Hannover brachte als Piratenlehrer „Käpt'n Zoff“ den kleinen und großen Gästen bei, wie sie sich als gute Piraten zu benehmen haben. Er war kurzfristig für seine Kollegin Beate Lambert eingesprungen, die einen Unfall hatte und nicht kommen konnte. Als der Kapitän die Nachwuchs-Freibeuter im „Unterricht“ fragte, was Piraten nicht werden dürften, rief eine Mutter spontan „seekrank“. „Richtig! Damit habe ich meinen ersten Piraten an Bord“, sagte der Käpt'n.


Kinder schwören „Pirateneid“

Danach nahm er allen Schülern den Pirateneid ab. Sie mussten dem Käpt'n schwören, reiche Beute zu machen und riesige Schätze für die Kinder dieser Welt zu entdecken. Dann lichtete die Besatzung die Anker. Schnaufend zog ein kleiner Junge in der ersten Reihe mit beiden Händen am Ankerseil – so, wie es der Käpt'n vormachte. Die Crew setzte die Segel und stach vom Heimathafen Rauschenberg zu einer musikalischen Kreuzfahrt in See. Unterwegs geriet es in stürmische Wellen, so dass sich die Piraten beim Singen einhaken mussten, um nicht ins Meer zu fallen. Doch als der Sturm vorüber war, und der Käpt'n fragte „alles Banane?“, rissen alle den Daumen in die Luft und riefen laut „alles Banane".
Eine Windflaute nutzten die Matrosen, um ihre Segel für die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung zu flicken. Alle nähten mit den Händen in großem Bogen die Löcher zu, bevor das Schiff die Heimat ansteuerte. Im Hafen Rauschenberg angekommen, ließ der Piratenlehrer seine frisch gebackenen Freibeuter ohne Abschiedslied nicht von Bord gehen. Mit lautem Geschrei stürmten sie nach vorn, umzingelten ihren Kapitän und sangen noch einmal das Lied der „Pi-Pa-Po-Piraten“. Die Erwachsenen riefen sogar nach Zugabe.

„Wir sind erst ein bisschen zu spät gekommen, weil es vorher zu Hause noch eine Diskussion mit den Kindern gegeben hatte“, sagte Regina Vorig. Sohn Max sagte nach der Vorstellung jedoch: „Es hat mir sehr sehr gut gefallen, obwohl ich gar nicht hierher wollte“. Auch die Stadt Rauschenberg unterstützte die Veranstaltung, um den Eintrittspreis für die Kinder zu senken.

Maciej Krainski