Zeitung für Erfurt, 17. November 2001

Clown und Karawane „Kinder dieser Stadt“:
Sporthalle wackelte gestern bei Mit-Mach-Musik-Festival


Roter Berg. (...)
Das Publikum tobte, die Halle wackelte gestern morgen in der Schule am Zoopark. Das Mit-Mach-Musik-Festival „Kinder dieser Stadt“ entpuppte sich als echter Knüller, und wer keinen Spaß hatte, war eigentlich selbst schuld. Clown Fidolo und Käpt'n Zoff zogen alle Register – und da zog die „Kinderkarawane“ durch die Wüste mit den geistig behinderten Kindern von der Gastgeberschule; da flossen die Flüsse als große, blaue Tücher zwischen den Kindern der Körperbehindertenschule hin und her; da waren die Nationen in der Kita „Kinderland“ fast genauso bunt verteilt, wie die Farben im „Regenbogenlied“.

Die „Kinder dieser Stadt“ hatten sich zusammengefunden, um Groß und Klein zu zeigen, dass alle „Bühnenreifes“ bringen können – egal ob behindertes oder nicht-behindertes, deutsches oder ausländisches Kind – und das taten sie eindrucksvoll. „Wir gehören zusammen, wir haben die gleichen Rechte“, auch das wollte die Kulturdirektion mit dem Festival „rüberbringen“. Und am Schluss gab es wohl keinen Zweifel daran, dass es zwar nicht egal ist, ob die kleinen Jäger und Tiere im „Kinderwaldlied“ aus der Kita „Buchenberg“ kommen oder ob es die Kita „Riethspatzen“ war, die mit munterem „Hallo, Hallo“ alle tanzend begrüßte (denn sie sind ja alle stolz auf ihre Darbietungen).

Dass es aber wohl egal ist, in welchem Land sie aufgewachsen sind, ob sie sich gut oder weniger gut bewegen können, um Spaß zu haben und Spaß zu machen. Vor allem, wenn solche Profis wie Käpt'n Zoff und Clown Fidolo loslegen, bei denen alle einfach Kinder sind.

Anette Elsner