Rintelner Zeitung, 18. Oktober 2000

Tosender Beifall für 150 kleine Nachwuchskünstler im Brückentor

Rinteln(la). Rund 500 Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel standen am Montag vor dem Brückentorsaal Schlange. Sie wollten das erleben, wovon die Kinder seit Wochen redeten: das vierte Niedersächsische Kinderliederfestival, das, gesponsert von der Schaumburger Zeitung, der Sparkasse und den Stadtwerken, erstmals in Rinteln stattfand.

Es war ein buntes Programm von Kindern für Kinder und Erwachsene, das von der Gruppe „Unmada“ und dem „Ben Guri“ Theater begleitet wurde. Seit Wochen waren die Kinder in den Kindergärten Exten, Nicolai und Comenius sowie an den Grundschulen Nord und Süd mit den Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Jede Gruppe hatte sich ein Lied des Liedermachers Manfred Kindel von der Gruppe „Unmada“ ausgesucht und sich dazu einiges einfallen lassen. Das Lampenfieber vor dem ertsen großen Auftritt war bei den 150 kleinen Akteuren riesig. Doch die liebevolle Betreuung durch Anne Schneider vom „Ben Guri Theater“ bei der Generalprobe nahm den Kindern die Angst. Angeführt von Clown Fidolo (Horst Schneider) und den Musikern Käpt'n Zoff (Manfred Kindel) und Planke (Dieter Schernus) begrüßten 54 Kinder des Schulchors der Grundschule Süd mit „Hallo, Hallo“ das Publikum. Als Mond und Sterne verkleidet sangen und tanzten sie ein Lied von der sich drehenden Erde.


PiPaPo-Piraten aus Exten stürmten die Bühne


Während sich hinter der Bühne die Nachwuchskünstler des Kindergartens Exten auf ihren Auftritt vorbereiteten, unterhielten Käpt'n Zoff und Planke die großen und kleinen Zuhörer mit Mitmachliedern und sorgten für riesige Stimmung im Saal.
Dann stürmten die „Pipapo-Piraten“ aus Exten die Bühne. Sie sangen von Dingen, die Piraten essen – oder nicht – und „warfen“ dabei mit Tomaten, Feuer und Eis. Man sah den kleinen Piraten die Freude an ihrem Auftritt an, und als sie mit tosendem Beifall verabschiedet wurden, leuchteten ihre Gesichter voller Stolz. In den Wald entführten die Nachwuchskünstler des Comenius-Kindergartens die Besucher. Feen, Schlangen, Zwerge, Riesen und jede Menge Waldtiere zogen singend über die Bühne. Auch hier war tosender Applaus des Publikums der verdiente Lohn für die Kinder.
Im Glitzergewand trat dann ein „Traumfänger“ auf und weckte kleine Träume. Indiander vom Nikolai-Kindergarten tanzten und sangen das Lied „Traumfänger“. Immer wieder klatschte das Publikum den indianischen Rhytmus mit. Rauschender Applaus begleitete die kleinen Künstler von der Bühne.
25 Kinder von der Grundschule Nord hatten in der Musik-AG das Stück „Wir sind Kinder einer Erde“ einstudiert. In bunten Kostümen befuhren sie mit einem Schiff die Länder der Erde, die genug für alle hat, wenn alles gerecht verteilt würde, und von dem Miteinander fremder Kinder in unserer Stadt. Zu den verschiedenen Strophen, die von einigen Sängerinnen sogar solo vorgetragen wurden, trugen kleine Gruppen Tänze vor. Auch dieser Auftritt wurde mit nicht enden wollendem Beifall belohnt. Zum großen Finale kamen schliesslich alle 150 Kinder noch einmal auf die Bühne und boten dem Publikum ein buntes fröhliches Bild.
Für die Betreuerinnen der verschiedenen Gruppen gab es Rosen als Dankeschön für ihre Mühe mit den kleinen Künstlern.
Organisiert hatte die Veranstaltung der Kinderschutzbund war vor drei Jahren das Mitmachkonzept für Kinder entwickelt worden. Seitdem hat es schon zahlreiche Konzerte dieser Art gegeben. Für Rinteln war das vierte niedersächsische Kinderliederfestival allerdings eine echte Premiere.

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