Hannoversche Allgemeine Zeitung 23. Juni 2001

1000 bunte Trommler


Zu einer Karawane gehören Kamele. Zum Beispiel solche wie Attila und Iwan. Die beiden Höckerträger, deren Vorfahren aus Sibirien stammen, machten den Passanten gestern Nachmittag in der Georgstrasse schnell klar, was sich hinter ihnen abspielte: Die Kinderkarawane des Masala-Weltbeatfestivals zog durch die Stadt. Dabei waren weit mehr als 1000 bunt geschminkte Trommler und Sänger in farbenprächtigen Kostümen – und so war auf der Georgstraße zwischen Steintor und Kröpke um kurz navch 15 Uhr kein Durchkommen mehr.

„Ungala Wé – du bist mein Bruder, du bist meine Schwester“, singen die elfjährigen Lara und Sarah aus Ricklingen, die kurz hinter Attila und Iwan marschieren. Doch lauter noch als die Lieder ertönen die Trommeln der Kinder: umgedrehte Plastikeimer, auf denen sie mit Holz-Stöcken den Rhytmus schlagen. „Die Trommeln haben wir selbst gebastelt“, verkündet Sarah stolz. Da war die finanzielle Unterstützung des Umzuges durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Stadtsparkasse gleich gut angelegt. Am Andreas-Hermes-Platz, neben dem Raschplatz-Pavillion, empfing der Masala-Weltmarkt den Zug, auf dem bis Sonntag an 50 Ständen Schönes, Kostbares und Leckeres aus aller Welt feilgeboten wird. Gleich neben der Weltmarkt-Bühne hat Kwabena Denteh aus Ghana seinen Stand aufgebaut. Denteh hat einen der Masala-Songs umgetextet und singt die Losung für das Wochenende: „Schieb' die Wolken weg, Hannover.“